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Husten in den Griff bekommen: Lungenarzt gibt Tipps

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Es sticht fast im Brustkorb, wir bellen regelrecht und finden dabei kein Ende: Husten nervt gewaltig - vor allem, wenn es die trockene Variante ist, bei der wir noch nicht einmal Schleim loswerden. Was tut dann gut?
Inhalieren ist wohltuend - aber bitte nicht über dem Topf
Probieren kann man es mit Inhalieren. Der feine Wasserdampf befeuchtet dabei nicht nur die Schleimhäute der Atemwege, was wohltuend ist. «Durch das Inhalieren - für zwei, drei Minuten, zwei- bis dreimal am Tag - verflüssigt sich das Sekret, man kann es besser abhusten», sagt Thomas Hölting, Chefarzt des Fachzentrums für Pneumologie der Schön Klinik Hamburg-Eilbek.
Fällt das Wort «Inhalieren», haben viele diesen Ablauf im Kopf: eine Schüssel oder einen Topf mit heißem Wasser und etwas Salz auf den Tisch stellen, Gesicht drüberhalten, ein Handtuch über den Kopf legen und tief atmen.
Es so zu machen, birgt allerdings Risiken. Wer versehentlich gegen die Schüssel stößt, zieht sich schnell Verbrühungen zu. Und: «Zwar ist der Dampf eine nette Sache, aber die Tröpfchen sind relativ grob», sagt Thomas Hölting. Sie sind also nicht fein genug, um wirklich tief in den Atemwegen anzukommen.
Besser sind daher spezielle Inhalationsgeräte. Hölting rät zu Kalt- und Ultraschallverneblern, die es etwa in der Apotheke zu kaufen gibt. Sie vernebeln die Inhalationslösung zu so kleinen Partikeln, dass sie bis tief in die Lunge langen und dort befeuchtend wirken können.
Warum bei ätherischen Ölen Vorsicht angesagt ist
Wichtig: Die Geräte müssen nach der Benutzung gereinigt werden. «Sonst bleibt eine Art Flüssigkeitsfilm darin, in dem sich Bakterien sammeln können, die man dann beim nächsten Mal inhaliert», warnt Hölting. Meist reicht es, das Gerät nach Herstelleranweisung mit Wasser auszuspülen und im Anschluss gut trocknen zu lassen.
Und was für eine Flüssigkeit füllt man am besten ins Gerät? Hier ist die Kochsalzlösung der Goldstandard. Mehr muss gar nicht sein. Wer der Inhalationslösung ätherische Öle beimischen möchte, sollte das nur nach Absprache mit Arzt oder Ärztin tun. Thomas Hölting warnt: «Sie können Allergien und asthmatische Beschwerden auslösen.»
Hustenstiller - ja oder nein?
Was können Hustengeplagte noch tun? Eine weitere, gute Strategie lautet: abwarten und Tee trinken. Und zwar gern auch mit einem Löffel Honig, denn es gibt Hinweise darauf, dass er bei akutem Husten helfen kann.
Übrigens: Bei sogenannten Hustenstillern, die den Hustenreiz unterdrücken, rät Pneumologe Hölting zu etwas Vorsicht. «Wenn man einen bellenden Husten hat und nachts einfach nicht schlafen kann, kann man zwar einen Hustenstiller nehmen.» Abgesehen davon sollte man aber lieber auf ihn verzichten. Der Grund: «Das ganze Sekret soll ja raus aus der Lunge. Wenn es drinbleibt, dann habe ich einen besseren Nährboden für neue Entzündungen», sagt Thomas Hölting.
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(01.12.2025)

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